Philosophien, Blödsinn und was das Leben so bringt Informationen zu Unterhaltsstreitigkeiten, Kinderumgang und auch Erlebnisse mit der Familienkasse

A chinese lion statue
    Manchmal kann man nicht mehr glauben, was einem passiert.Geht es allen so oder passiert das nur mir ? Wenn ja, warum ? Ich habe lernen müssen, dass es leider vielen so geht. Und wie grausam ein Elternteil gegenüber seinen eigenen Kindern sein kann, wenn es darum geht den ehemaligen Partner zu verletzen. Diese Seite soll nur meine Erlebnisse aufzeigen und vielleicht anderen eine Hilfe geben, nicht gleiches erleiden zu müssen.

Doch die schrecklichste aller Waffen dieser Welt
Solltest Du niemals, jemals versuchen,
die Liebe zum Blute meiner selbst.

Hilfe im Streitfall durch das Jugendamt

28. November 2011

Vor etwas über 3 Jahren eskalierte im Rahmen meiner Scheidung die Situation zwischen meiner EX-Frau und mir in Bezug auf die Kinder.
Wie in einem vorherigen Artikel beschrieben, setzte sie das sogenannte LoveBombing bei einem meiner Söhne ein…. und ich bemerkte es zu spät, als dass ich noch hätte eingreifen können. Nach 5 Monaten wusste ich nicht mehr weiter und bat um einen Termin beim örtlichen Jugendamt mit der Bitte um Unterstützung. Die junge Sachbearbeiterin hörte sich ruhig meinen Fall an und versprach dann mit der Mutter zu sprechen. Mit etwas Hoffnung ging in an dem Tag nach Hause und wartete auf die Antwort.
Sie kam, nur knapp eine Woche nach dem Termin und war anders als erwartet. Mir teilte die junge Frau mit, es sei doch gar nicht so schlimm. Immerhin würde ich meine Tochter weiter sehen. In diesem Gespräch wurde ich nach und nach immer unruhiger. Ich bat die Frau, dass sie bitte unbedingt mit meinen beiden Söhnen direkt sprechen solle, ohne die Anwesenheit ihrer Mutter. Sie versprach es und wollte mich dann später informieren.
Wieder 2-3 Wochen später fragte ich nach dem Stand der Dinge, und fiel aus allen Wolken….. Die junge Mitarbeiterin des Jugendamtes Hamburg-Harburg hatte zwar mit der Mutter gesprochen, doch die hätte abgelehnt sie mit den beiden Jungs sprechen zu lassen. Und damit war alles erledigt, keine weitere Aktivität. Ich war etwas entsetzt. Es wurde einfach ignoriert… ICh wusste, dass ich bei diesem Amt nicht weiterkommen würde und bat um einen Termin bei der Elternberatungsstelle.
Leider sind die Wartezeiten bei dieser Unterstützungsstelle teilweise etwas länger und daher bekam ich erst nach knapp 6 Wochen einen Termin. Mir wurde aber zum erstenmal richtig zugehört. Und man nahm mich ernst, da ich bereits zwei Jahre zuvor dort einmal um Hilfe gebeten hatte. Im Rahmen eines langen Gespräches versuchte ich die Situation zu erklären und wurde auch immer wieder auf die sachliche Ebene zurückgeführt (es ist schwer immer extrem neutral alles zu berichten). Am Ende des Gespräches versprach mir der Leiter der Stelle, die Situation mit seinen Kollegen einmal zu besprechen und Möglichkeiten zu erörtern, was man in diesem Fall machen könnte.
Knapp eine Woche später hatte ich das erneute Gespräch und Ergebnisse waren ernüchternd. Die Rechtslage in Deutschland sieht fast immer eine Entscheidung im Streitfall für die Mutter vor, selbst wenn diese Ihre Kinder mit solchen psychologischen Methoden misshandelt. Und ebenso traurig war auch die Aussage für mich, dass dieses Handeln und dieser Hass mich bis an ihr Lebensende verfolgen würde (was mir der Herr auf Basis seiner Erfahrungen mitteilte). Er verwies mich auf das alte salomonische Urteil… (zwei Frauen, die um ein Kind stritten) nur das in diesem Fall und bei der aktuellen Lage in Deutschland es für die Kinder besser sei, sich mit der Situation anzufinden und die Kinder nicht weiter in den Streit hineinzuziehen.

Fazit:
-Es gibt Stellen, die einem zuhören und versuchen herauszufinden, was gemacht werden kann. Dort werden auch Kurse zum Beispiel für Väter angeboten, um die Situation zu ertragen und damit umzugehen.
-Wenn Ihr Hilfe beim Jugendamt möchtet, achtet darauf auf keinen Fall eine junge Sachbearbeiterin zu bekommen. Die, die im meinem Fall zuständig war, wurde nicht lange nach meinem Hilfegesuch aufgrund eines nicht erkannten Missbrauchfalles vom Dienst suspendiert.
-Lernt von Euren Kindern Abschied zu nehmen (so traurig es ist…)

Familienkasse #2

28. November 2011

In diesem Jahr begann noch im Sommer der zweite Zwischenfall mit der ARGE und der Kindergeldkasse.
Widerrechtlich kürzte die ARGE die Unterstützungsleistungen um den Betrag des Kindergeldes, obwohl zu dem Zeitpunkt klar war, dass kein Kindergeld bezogen wurde. Das war insofern besonders bedenklich, weil zu dem Zeitpunkt bereits die ARGE beauftragt war, direkt die Klärung mit der Kindergeldkasse aufgrund eines Abzweigungsantrages vorzunehmen. Wer allerdings den vorherigen Artikel gelesen hatte, weiss schon was passierte: Unterlagen verschwanden einfach !

Auch hier wieder ein Tipp: Niemals Unterlagen an die Familienkasse oder ARGE per Einwurf in den bereitgestellten Briefkasten vornehmen. Diese Unterlagen verschwinden ! Keine Originale abgeben, sondern Kopien per persönlicher Bestätigung des Bearbeiters oder per Einschreiben versenden.

Das vorherige Verfahren zur Klärung der letzten Monate Kindergeld wurde daher erneut durchgeführt und gleichzeitig alle Unterlagen sicher versandt. Nach einer verhältnismäßig kurzen Bearbeitungszeit wurde dann nach knapp 3 Monaten das Kindergeld ausgezahlt.

Anklagen kann man aber die Handhabung der ARGE. Hier werden immer wieder Gelder auf Verdacht gekürzt. Allerdings darf diese Behörde Gelder der Grundsicherung nicht zurückhalten. Sollte diese stattfinden, schaltet so schnell wie möglich eine rechtliche Unterstützung ein !

Tipp: Insbesondere Jugendliche, die ihre Probleme haben mit genervten und unfähigen Sachbearbeitern der ARGE umzugehen und dabei regelmässig durch solche unrechtmäßigen Aktionen traktiert werden, sollten einmal über die Möglichkeit nachdenken, sich einen Betreuer geben zu lassen. Im obigen Fall war dieser Betreuer ein Mitglied des Jugendhilfeausschusses und er beschleunigte/unterstützte das Verfahren so immens durch eine deutlich rüdere Umgangsweise mit den Mitarbeitern der ARGE, dass tatsächlich in kurzer Zeit viele dieser Punkte geklärt werden konnten

Der Kampf mit der Familienkasse

14. Oktober 2011

Eigentlich wollte ich noch einen Untertitel zu dem Artikel bringen: Staatlich versuchter Betrug an Bürgern durch bürokratische Unfähigkeit….

Vorweg einmal ein paar Tipps im Umgang mit der Familienkasse:

-Gebt nie Eure Originale aus der Hand ohne eine Kopie zu machen
-Jeglicher Schriftverkehr erfolgt von Euch nur mit Einschreiben
-Gegen jede Festlegung der Familienkasse, die gegen Euch gerichtet ist, sollte Einspruch eingelegt werden
-Sobald Schriftverkehr erwartet wird, mindestens 1mal die Woche dort anrufen
-Bereitet Euch den Kontakt mit einem Anwalt vor
-Weist während der Telefonate darauf hin, dass der Anwalt Euch Hinweise in bezug auf Gerichtverfahren gegeben hat
-Setzt aktiv Termine
-Weist während Telefonaten darauf hin, dass diese Informationen für die Dienstaufsichtbeschwerde wegen grober Fahrlässigkeit benötigt werden
-Protokolliert jeden Namen während des Gespräches und verweist in folgenden Telefonaten auf diesen Namen

Im Rahmen des Schriftverkehrs des letzten Jahres mit der Familienkasse sind ebenso einige Thesen in mir hochgekommen:

-Schriftstücke verschwinden hausintern
-Post verschwindet, taucht aber wundersamerweise wieder auf, sobald man Einschreiben erwähnt
-Formulare müssen mindestens 10mal ausgefüllt werden
-Es gibt keinen Informationsaustausch zwischen zuständigen Ämtern, auch diese Post verschwindet
-Es gibt keinen Informationsaustausch zwischen ARGE und Familienkasse
-Scheinbar dient die Computertechnik in Ämtern hauptsächlich dem Zeitvertreib der Mitarbeiter aber nicht der Arbeit
-Das Callcenter ist immer sehr freundlich, aber sie lügen auch (bzw. erhalten einfach keine Daten in ihrem Rechner, s.o.)

Womit begann das ganze nun ?
Vor zwei Jahren meldete sich der Erwerbslose Sohn meiner Frau bei seiner zuständigen ARGE an. Die ARGE kürzte jedoch ohne Vorwarnung sein monatlichen Selbsterhalt um ein nicht-erhaltenes Kindergeld. Da weder ihr Ex-Mann noch meine Frau Kindergeld für den Sohn bezogen, galt es nun das Verfahren durchzuführen um berechtigtes Kindergeld für den Sohn zu erhalten und per Abzweigungsantrag ihm direkt zur Verfügung zu stellen.

1. Schritt:
Feststellung, wer Kindergeldberechtigt ist: Da der Ex-Mann nicht auf Anfragen seitens meiner Frau reagierte, musste per Gerichtsbeschluss dieses festgelegt werden. Aufgrund der sozialen Notlage des Sohnes konnte unsererseits das Verfahren beschleunigt werden (und Dank der wirklich hilfreichen Mitarbeiter des Amtsgerichtes) konnte dieses immerhin innerhalb von 3 Monaten erfolgen. Unter Berücksichtigung der ganzen Fristsetzungen ein guter Erfolg.
Obwohl nun die Familienkasse nun über den Beschluss informiert wurde, setzte diese tatsächlich ihr eigenes Verfahren in Gang, ignorierte den Beschluss und erreichte so weitere Monate in der Verzögerung. Zwischenzeitlich gingen diverse Papiere und Formulare verloren, die erst wieder auftauchten, nachdem der Hinweis auf Einschreiben Versand erfolgte.

2. Schritt:
Nachdem nun festgelegt war, dass meine Frau bezugsberechtigt war und ihrem Sohn per Abzweigungsantrag das Geld direkt zustand, kam die Familienkasse auf neue Ideen. Anschreiben erfolgten, dass kein Nachweis vorliegen würde, was er derzeit machen würde. Vorhergehende Formulare und Informationen wurden dabei gekonnt ignoriert. Noch während der Postlaufzeit der Antwort (innerhalb der gesetzten Frist) kam plötzlich eine Ablehnung der Familienkasse mit dem Hinweis, es würden keine Informationen über das Einkommen des Sohnes vorliegen.
Hier hat tatsächlich die Familienkasse eine selbst gesetzte Frist einfach ignoriert ! Und man muss dazu sagen, dass ein Einspruchsverfahren mehr Zeit kostet, als wenn die ursprüngliche Antragsbearbeitung zuende geführt worden wäre. Man könnte durchaus vermuten, dass absolute Unfähigkeit und sogar zielgerichteter angewiesener Betrug am Kunden vorliegt, mit dem Zweck durch Formularfluten und Terminsetzungen diesen einfach zum aufgeben zu zwingen.
Mit Drohungen in Bezug auf Dienstaufsichtsbeschwerde und Anwaltsunterstützung wurde Einspruch gegen den Beschluss eingelegt und auf die schlampige Bearbeitung hingewiesen, sowie auf den Umstand, dass die angeforderten Formulare fristgerecht eingereicht wurden.

Anekdote am Rand:
Das Gespräch mit dem Anwalt war sehr aufschlussreich. Er wies daraufhin, dass man Eskalationen versuchen sollte während des Verfahrens zu vermeiden, da ansonsten man mit einem extrem verstockten Amt zu tun bekommen würde.

3. Schritt
Zu diesem Zeitpunkt inklusive des Einspruches waren eine fast dreistellige Anzahl von Telefonaten geführt worden und ebenso hohe Kosten aufgrund per Einschreiben durchgeführter Schriftverkehr entstanden (die Einstiegsberatungskosten des Anwaltes noch nicht enthalten), aber meine Frau bekam nicht nur Recht mit ihrem Einspruch sondern ebenso nach weiteren Schriftverkehr die Genehmigung des Antrags zugesagt. Nach fast einem Jahr Kampf mit verschiedenen Familienkassen mit Unterstützung des Amtsgerichtes kamen fast 2,5 TEUR zur Auszahlung an den Sohn und damit war auch der Aufwand und die Kosten gerechtfertigt.

Ich möchte nochmal daraufhinweisen, dass die oben genannten Bewertung meine eigene Meinung sind und nicht auf Frust aufgrund eines verlorenen Verfahrens basieren, sondern auf dem Umstand, dass soviel Unfähigkeit einer Behörde, die dem Bürger dienen sollte, entweder extrem traurig ist oder mit Vorsatz geschieht. Aus dem Erlebten tendiere ich zum zweiten. Insbesondere weil die Geschichte in einem der nächsten Artikel noch weitergehen wird.

10. Oktober 2011

ES ist schon seltsam, unter welchen Stichworten Google auf diese Seite verweist. Anbei mal die Liste, die für den September anfiel:

    splitterseele
    olympus ep 3
    liebeskummer schmerz
    pubertät entwicklung
    beim rauchen
    familienkasse saarbrücken
    blödsinn
    leichenschändung
    philosophien
    strauchratte

Okay, einige Themen stammen mehr aus der Seite Wolfszyklus und dem alten archivierten Blog, aber Leichenschändung bezieht auf einen Eintrag von 2008 und wäre in diesem neuen Themenumfeld dort arg schräg….

Scheidung – wirtschaftliche Abzocke bei Zugewinnausgleich

26. September 2011

Nicht ganz chronologisch, aber das Thema ist sehr wichtig, solltet Ihr Euch zu diesem Schritt entschieden haben.

Zur eigenen Geschichte: Nachdem meine Ex-Frau bei der Arbeit jemand neues kennen gelernt hatte, stellte sie die grundlegende Frage “Soll es eigentlich ewig so weitergehen ?”
Meine Entscheidung war es, nicht so weiterzumachen und nach gut einem Jahr Trennung stellte ich auch den Scheidungsantrag. Vielleicht hätte ich anhand der Vorkommnisse in diesem Jahr schon absehen können, was eintraf, allerdings versuchte ich mit allen Mitteln Streit innerhalb der Scheidung zu verhindern.

Zum Zeitpunkt einer Scheidung findet eine Aufstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse vor und nach der Ehe statt. In diesem Fall sah es recht einfach aus: Kurz vor der Ehe wurde ein Haus gekauft, ein geringes Startkapital wurde seitens meiner EX-Frau beigesteuert, ich übernahm in den folgenden Jahren (auch während der Ehe) die Abzahlung der Schulden. Zum Zeitpunkt der Scheidung war das Haus nur noch unter 44% belastet.

Grundlage der Berechnung ist es, dass alles während der Ehe (unabhängig davon wer was gezahlt hat) jeweils zu 50% beiden Partnern zugerechnet wird. Im Endeffekt ist dann die Summe der Anfangsbestände (vor Ehe) und Endbestände (Verbindlichkeiten negativ) der Zugewinn. Und dieser muss ausgeglichen werden.

Während der Berechnung wurde meinem Anwalt jedoch damals plötzlich ein Schreiben der Schwiegereltern vorgelegt, welches ihrer Tochter beträchtliche Schenkungen während der Ehe beschied, die ausdrücklich nur ihrer Tochter zugeordnet werden sollte. Auch wenn die Aussage gelogen war und nur dazu diente den eigenen Anteil meiner EX-Frau zu steigern, stand die Forderung trotzdem erstmal im Raum.

Rumms, da war es… absehbar aufgrund vorheriger Aktionen bestand plötzlich nur noch die Entscheidung um des Friedens Willen diese Schenkungen zu akzeptieren oder diese gerichtlich anzufechten (Wichtig: das ist möglich, die Beweislast liegt dann beim jeweiligen EX-Partner). Ich entschied mich für den Frieden, auch wenn ich das heute noch bereue, denn Frieden erfordert beide Seiten um eingehalten zu werden.

Bei der Berechnung des Zugewinns solltet ihr also vorher schon für Euch bewerten, ob es Wert ist einen Kampf einzugehen oder nicht (bitte den Anwalt dazu befragen !). Wenn bereits vorher (unfaire) Vorkommnisse im Verfahren waren, würde ich mir heute selber zum Kampf raten.

Aktuelle Urteile Familienrecht

6. September 2011

Wer einigermassen im Bilde bleiben möchte, welche aktuellen Urteile gefällt wurden, sollte sich mal die folgende Seite auf die Lesezeichen legen: Familienrechtsurteile

In diesem Jahr sind viele interessante Urteile gefallen (ich warte weiterhin auf mein Verfahren).

Das wesentlichste ist wohl das BGH-Urteil vom 15.06.11 zu Az.: XII ZR 94/09 zum Betreuungsunterhalt. Leider trifft das Urteil nur auf ein Kind zu und wird in weiteren Verfahren dann nach und nach zu Entscheidungen führen. Das nette dabei ist aber, dass die Beweispflicht ein wenig mehr zu Lasten der Unterhaltsempfänger Seite verschoben wurde. Lest Euch da einmal rein und überlegt (falls es zutrifft) zu Eurem Anwalt zu gehen.

Ebenso nett ist folgendes zu lesen: Beschluss des OLG Saarbrücken vom 26.11.2010, Aktenzeichen: 6 WF 118/10, jurisPR-FamR 3/2011, Anm. 1
Kommt ein getrennt lebender Elternteil seinen Verpflichtungen aus einem Vergleich oder einer gerichtlichen Entscheidung über die Ausübung des Umgangsrechts nicht nach, kann das Familiengericht gegen ihn ein Ordnungsgeld verhängen.
Leider hilft es nicht das Verhalten genau solcher entziehender Elternteile zu verbessern, aber immerhin erkennt der Gesetzgeber es als falsch an.

Buch

6. September 2011

Es hat etwas länger gedauert hier etwas neues zu schreiben. Der Grund war der Abschluss meines eigenen Buches Splitterseele, der zwar in den meisten Texten bereits etwas länger vorlag, jedoch etwas Aufwand für die Finalisierung brauchte.

Neuanfang

10. Mai 2011

Nun habe ich seit langer Zeit hier nicht mehr geschrieben. Zum einen um das (noch immer) laufende Verfahren nicht zu gefährden, auf der anderen Seite hatte ich auch zu viel um die Ohren.

Es ist soweit… ich habe mich ran gesetzt, ein neues System aufgespielt und werde nun die Erfahrungen der letzten Jahre allen bereitstellen. Vielleicht, so habe ich die Hoffnung, liest es noch ein ebenso in die Situation geratenes Elternteil und findet nicht nur etwas Hilfe, sondern eventuell auch Hoffnung.

Die alten Texte findet Ihr weiterhin unter Nettux

Psychologisch geführter (EX) Ehekrieg mit kindlichen Opfern

20. November 2008

Seit einigen Jahren nun scheint die Quote der Scheidungen in Deutschland zu sinken… prinzipiell ein gutes Anzeichen, würde es doch bedeuten, dass entweder sich mehr Paare richtig zusammengefunden haben, oder, sich zumindest Arrangements gefunden haben.
Bis zum Jahr 2003 war die Anzahl der Scheidungen stetig gestiegen… und gleichzeitig auch die Anzahl der betroffenen Minderjährigen Kinder bis zum Höhepunkt von knapp über 170.000 in 2003.

Auf der einen Seite ist es vielleicht eine gute Entscheidung, wenn zwei Menschen feststellen, dass sie halt nicht für die Ewigkeit füreinander (oder miteinander) bestimmt sind und ihrem jeweiligen Partner die Möglichkeit geben ein neues Leben anzufangen. Oder sich selber etwas erfüllen möchten…. Hängt nichts verantwortungsvolles an der Scheidung (wie immer natürlich Geld oder wichtiger die Kinder), mag es jeder Betroffene als Chance oder Hoffnung sehen… Voraussetzung dafür ist natürlich, dass im Vorfeld der Scheidung keine „Schweinereien“ passiert sind…. Betrug, Schlammschlacht, Gewalt…

Geht es nur um Geld, ist es auch noch erträglich (außer man ist extrem auf finanziellen Hintergrund fixiert), denn schließlich muss man sich den Rest des Lebens nur noch mit der einen (geschiedenen) Person auseinander setzen. Aber gerade die 170.000 Kinder sind diejenigen, die ähnlich Kriegen in der dritten  Welt, als Opfer in Scheidungskriegen auf den Schlachtfeldern zurückbleiben.

In diversen Managementseminaren lernt man einiges über Techniken, wie Menschen beeinflusst und manipuliert werden können. Gedacht für den Büroalltag, als Projektleiter und Berater dienen sie einem, zu identifizieren, welche Techniken benutzt werden und gegebenenfalls selber im Rahmen von Projekten einzusetzen. Wie ich nun feststellte, sind die gleichen Techniken ein wesentlicher Bestandteil auch in „schiefgehenden“ Scheidungen. Die folgenden aufgezählten Techniken könnt Ihr zur Bewertung heranziehen, sollte in Eurem Bekanntenkreis eine solche Technik zum Einsatz gekommen sein. Ein pauschales Hilfsmittel zur Unterbrechung des resultierenden Teufelskreises kann ich leider nicht liefern… da hängt sehr vieles von den handelnden Personen ab. Grundsätzlich ähnelt diese sehr der Technik, wie sie von Sekten angewandt wird, ein sehr hilfreichen und guten Artikel dazu findet Ihr unter Brutale Verführer.

Das erschreckende für mich dabei ist allerdings, dass dieses von den eigenen Eltern mit vollem Wissen an den eigenen Kindern verübt wird, ein vorhandenes Vertrauensverhältnis wird dabei „missbraucht“, die Grenze zum wirklichen „Missbrauch“ wird erschreckend dünn.

Würde ich von den obigen Zahlen ausgehen und von meinem „gefühlten“ Wert, dass 50% aller Scheidungen mit Kinder in einer Art von Krieg ausarten, dann wären das immerhin erschreckende 85.000 Kinder pro Jahr, die einem Druck ausgesetzt werden, der nicht notwendig, nein, nachhaltig negativ sich auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Nicht sofort, sondern weit in das Erwachsenenalter hineinreichend…. denn die natürliche Bindung an die Eltern endet nie… und damit der Konflikt von Kindern entscheiden zu müssen, was richtig oder falsch war.

Um einmal konkreter auf die beiden mir bekannten Fälle einzugehen (ich gebe dabei nur meine eigenen Eindrücke und Analysen der Situationen wieder) und halte mich einmal in der Nomenklatur an die drei Phasen nach Lewin: „Unfreezing“, „Moving“ und „Refreezing“

Vorbereitung

Kinder haben Vertrauen zu Ihren Eltern. In einer Scheidung haben sie das Problem zwischen beiden entscheiden zu müssen, was richtig und falsch ist. Insbesondere wenn widersprüchliche Aussagen erfolgen. Und doch wird es immer bei einem der beiden Partner einen Auslöser geben, der zu Zweifeln oder einer Krise führen kann. Sei es ein Streit mit der Mutter, wo diese Kinder ungerechtfertigt bestraft (nach Ansicht der Kinder) oder eine Nicht-Erfüllung eines dringlichen Wunsches seitens des Vater. Kommen nach weitere äußere Einflüsse hinzu (Schulstress, Pubertät, Streit mit Freunden, Liebeskummer) hat der Partner, der es ausnutzen möchte, den idealen Ansatzpunkt gefunden, um das Spiel zu beginnen.
–In einer normalen Elternrolle würde dieser jetzt als Schlichter oder Mediator auftreten… Problem ansprechen, wenn möglich im Dreieck klären—
Im sogenannten „love bombing“ wird viel Anteil genommen, das vorhandene Vertrauen genutzt und dann nach und nach negativ erlebtes abgefragt. Selbst Punkte, die mehrere Jahre zurückliegen werden in mehreren Sitzungen hervorgekramt und für jeden Punkt immer mehr Verständnis gezeigt, Tränen getrocknet. Suggestivfragen zu Negativpunkten vertiefen das Leid,  gezielte Fragen vertiefen Wunden.
Wenn das Kind durch diese Technik auf dem Tiefpunkt angelangt ist (natürlich, wie jetzt durch die vielen Gespräche bewiesen), beginnt die zweite Phase.

Ersetzen

Ausgehöhlt, hilfesuchend, hat das Kind nur noch einen Ansprechpartner, an den es sich wenden kann. Es fängt an, Suggestivfragen und die „neuen“ Wertegefühle aufzusaugen, sich selber neu mit Kraft zu füllen. Alle diese Punkte werden argumentativ ja „nur zu deinem besten“ eingesetzt, die Willenskraft des Kindes ist aber so geschwächt, dass es seine eigenen vorherigen Wertgefühle nicht mehr zum Einsatz bringen kann, nicht mehr selber bewerten kann, was richtig oder nicht ist. Es folgt die dritte und letzte Phase…

Verstärken

Das Kind hat einen neuen Kopf, aber es kann sein, dass da immer noch Gedanken rebellieren mit den alten Gefühlen. Die Liebe Eltern gegenüber wirkt noch immer, obwohl dieses in der zweiten Phase gehörig bearbeitet wurde. Und…. das Kind hat Schuldgefühle, weil seine Gedanken und Gefühle vielleicht nicht immer übereinstimmen, viele der neuen Sachen/Gedanken „gegen“ das andere Elternteil zielen.
Daher wird von der handelnden Elternseite in dieser Phase immer und immer wiederholt, gefestigt… jede noch so kleine Veränderung wird plötzlich als positive Auswirkungen der „neuen“ Richtung gedeutet, nur so war es richtig, das Alte alles falsch. Und schließlich, wenn das Kind wie ein Tonband alles auswendig wiederholen kann, wenn Aussagen und Gesprochenes im eigenen Sinne falsch interpretiert wird, dann kann die bis jetzt angehaltene Isolation gelockert werden.

Isolation ist ein wichtiger Faktor….. während der ganzen destabilisierenden Phase wäre es zu gefährlich gewesen, das Kind zum Ex-Partner zu lassen. Zu groß die Gefahr, dass die begonnene Umerziehung durch einen plötzlichen Liebesschub aufgehoben wird, der Schmerz die Kinder doch zum Gespräch führt.

Es ist an Euch zu entscheiden, ob das Missbrauch ist. Und es ist gut zu wissen, dass manchmal die Gefühle eines Kindes stärker sind, Willen zum Widerstand verbleibt, beides wird danach bestraft… und Kinder wollen geliebt werden… nicht bestraft werden.

Ich hoffe, dass es keinem mehr passiert, kein Elternteil zu solchen Methoden mehr greift und doch wird es passieren. Kein Appell wird daran was ändern können. Ihr könnt versuchen die Isolation zu brechen, wenn Ihr die Möglichkeit habt, ihr könnt versuchen, das „neue„ Wertesystem aufzuweichen, in dem Ihr Eure Gefühle zeigt, an das alte erinnert, was hoffentlich noch tief schlummert, doch nicht durch Argumente.
Wie ich schon früher einmal in einem Eintrag schrieb: Der Staat kann Euch nicht dadurch helfen dieses zu unterbinden, sondern Unterstützung geben, wie ihr selber psychologisch mit der Situation klar kommt.

Vielleicht irgendwann….