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Scheidung – wirtschaftliche Abzocke bei Zugewinnausgleich

Nicht ganz chronologisch, aber das Thema ist sehr wichtig, solltet Ihr Euch zu diesem Schritt entschieden haben.

Zur eigenen Geschichte: Nachdem meine Ex-Frau bei der Arbeit jemand neues kennen gelernt hatte, stellte sie die grundlegende Frage „Soll es eigentlich ewig so weitergehen ?“
Meine Entscheidung war es, nicht so weiterzumachen und nach gut einem Jahr Trennung stellte ich auch den Scheidungsantrag. Vielleicht hätte ich anhand der Vorkommnisse in diesem Jahr schon absehen können, was eintraf, allerdings versuchte ich mit allen Mitteln Streit innerhalb der Scheidung zu verhindern.

Zum Zeitpunkt einer Scheidung findet eine Aufstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse vor und nach der Ehe statt. In diesem Fall sah es recht einfach aus: Kurz vor der Ehe wurde ein Haus gekauft, ein geringes Startkapital wurde seitens meiner EX-Frau beigesteuert, ich übernahm in den folgenden Jahren (auch während der Ehe) die Abzahlung der Schulden. Zum Zeitpunkt der Scheidung war das Haus nur noch unter 44% belastet.

Grundlage der Berechnung ist es, dass alles während der Ehe (unabhängig davon wer was gezahlt hat) jeweils zu 50% beiden Partnern zugerechnet wird. Im Endeffekt ist dann die Summe der Anfangsbestände (vor Ehe) und Endbestände (Verbindlichkeiten negativ) der Zugewinn. Und dieser muss ausgeglichen werden.

Während der Berechnung wurde meinem Anwalt jedoch damals plötzlich ein Schreiben der Schwiegereltern vorgelegt, welches ihrer Tochter beträchtliche Schenkungen während der Ehe beschied, die ausdrücklich nur ihrer Tochter zugeordnet werden sollte. Auch wenn die Aussage gelogen war und nur dazu diente den eigenen Anteil meiner EX-Frau zu steigern, stand die Forderung trotzdem erstmal im Raum.

Rumms, da war es… absehbar aufgrund vorheriger Aktionen bestand plötzlich nur noch die Entscheidung um des Friedens Willen diese Schenkungen zu akzeptieren oder diese gerichtlich anzufechten (Wichtig: das ist möglich, die Beweislast liegt dann beim jeweiligen EX-Partner). Ich entschied mich für den Frieden, auch wenn ich das heute noch bereue, denn Frieden erfordert beide Seiten um eingehalten zu werden.

Bei der Berechnung des Zugewinns solltet ihr also vorher schon für Euch bewerten, ob es Wert ist einen Kampf einzugehen oder nicht (bitte den Anwalt dazu befragen !). Wenn bereits vorher (unfaire) Vorkommnisse im Verfahren waren, würde ich mir heute selber zum Kampf raten.