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Philosophien, Blödsinn und das normale Leben
Abschied 





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Schlangentheorie 
Samstag, ich bin in Eile. Schnell noch etwas einkaufen, ein Blick auf die Uhr.... Uhhhh, es wird spät, hoffentlich dauert es nicht lange. Die wenigen Teile unter den Arm geklemmt, stelle ich mich schnell an die Kasse, wo die Schlange am kürzesten ist. Müßte ja schnell gehen, theoretisch...

Tatsächlich stellt sich meine Kasse als eine der problematischten der letzten 20 Jahre heraus....
Cent Stücke wollen einzeln herausgesucht werden, Stückchen für Stückchen guuuudddddeeee Qualität. Preise auf Waren nicht ausgezeichnet, per Durchsage wird gefragt " Sach mol Erwin, wat kosten noch die Kondome mit Bananengeschmack ?" und aus einem Korb werden 40 kleine Einzelstücke herausgesucht, die vorher unsichtbar versteckt waren.
Meine Güte, warum passiert das immer mir ? Und noch mehr: Wenn ich jemand anderen dabei habe und dann diejenige entscheiden lassen will, sagt sie mir doch glatt: 'Neeeneeee, ich habe mit den Schlangen immer Pech.' Da kann ich doch dann nicht zugeben, dass es mir genauso geht ? Geht es allen so ?

Auf der anderen Seite muss es doch Schlangen geben, wo die Kunden immer schnell abgefertigt werden, ich sehe es doch an den Kassen neben mir. Selbst das seltene Wunder eine neu aufmachenden Kasse (wenn ich nicht gerade der Erste bin, der es schafft dorthin zu stürzen), führt dazu, das ich noch länger anstehe als an der Alten. Vielleicht machen sich ja einige Menschen einen Spass daraus, ärgern diejenigen hinter sich, in dem sie passend auf den Cent bezahlen, dazu aber einen Plastikbeutel mit 1000 1 Cent Münzen in der Tasche haben ?

Insofern habe ich fast aufgegeben, ergebe mich in mein Schicksal.... ich gehe willkürlich auf die erste, kürzeste Schlange zu (oder lasse meine Kinder entscheiden).

Wer keine Lust hat sich zu ergeben, dem kann ich nur eines empfehlen. Lest die Tipps der Zeit und haltet als zweites immer eine Ausdruck der Tipps für den Kassenschlangen-Trottel bereit.

P.S.: Das ist ja total doof, dass in Ämtern immer nur noch Zahlen vergeben werden nd man vorher nicht weiss, wo man sich anstellen soll. So verpasse ich doch tatsächlich die langsamste Schlange.
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Ohrwurm 
Eine blöde Fernsehwerbung, echt. Autofahrt, ein Vater in Nöten, wer hat ihn noch nicht gesehen ? Und die Kinder "gewinnen" kurz danach ein Tabaluga Menü bei einer heruntergekommenen Autobahnraststätte. Aber die Geister scheiden sich am Fernsehspot, die einen finden ihn echt lustig, in einem anderen Forum landet er unter den blödsten: Kukuluru .

Warum ? Ich habe auf der Fahrt zum Legoland mich selber ertappt, wie ich plötzlich bei meinen Kinder das gute alte Manamana summte. Und die Kinder setzten ein. Kein Wunder das ich obigen Werbespot blöd finde, ich falle ja in die gleiche Rolle. Wenn die Kinder nach ungefähr 10min und einer bevorstehenden 10 Stunden Fahrt in den Skiurlaub bereits lauthals Hunger und Durst schreien, die Nerven bereits auf die noch kommenden zähen Kilometer vorbereitend, kann ich den armen Kerl nachvollziehen und mich in seine Rolle versetzen. Hah, nur wer nicht in der Rolle war, kann das lustig finden.

Aber was mir vielmehr im Gedächtnis blieb, warum eigentlich immer wieder Manamana ? Das ist nicht der Ausruf eines Magiers im Spiel World of Warcraft nach einem Kampf (obwohl ich gestern abend feststellte, dass es durchaus passt). Die einfache Melodie ist mir seit Jahren im Kopf, genauso wie ich noch immer aus der Zeit der deutschen Welle ein fröhlich geschmettertes "DA da da, ich hab Dich lieb, Du hast mich lieb" herausbringen kann.
Ein Ohrwurm, definitiv....

Ich machte mich also auf die Suche, was ein Ohrwurm ist und Wunder ! So ein Ohrwurm kann richtig groß werden, bis zu 80 mm ! Das sprengt dann jedes Trommelfell. Ich habe gelernt, dass sie sechs Beine haben und sogar fliegen können... Nur kannte ich sie unter dem Begriff Ohrenkneifer . Sie kneifen nicht einmal. Das wird wahrscheinlich nur der hier aufgeführte "gemeine Ohrwurm" machen. Er ist halt gemein.

Ebenfalls wußte ich nicht, daß ein Ohrwurm auch eine online Stellenanzeige sein kann. Selbst anhand der Erklärung brauchte ich 5 minuten um das Wortspiel zu erkennen Open HR Wurm.... Pfffffttt.

Und letztendlich, daß was ich suchte, die Ursache für Manamana liegt in meinen Neuronen. Ich kann gar nichts dagegen machen, ich unterliege dem Zipfschen Gesetz .... Meine Neuronen haben sich so wunderbar auf diese Melodie eingeschwungen, dass nur jemand Mana rufen braucht, schon schaltet sich mein Sprachzentrum ein und schallt dem entgegen "Dibdi dididum". Bei meinen Kinder klappt das auch.

Die einen sagen, ein Ohrwurm macht krank (naja, bei der Größe im Ohr kein Wunder), ist eine nervöse Störung, insgesamt ist auch viel unter dem Stichwort krank zu finden. Dann wieder wird gerade der Ohrwurm zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt und früher sogar gemahlen als Heilmittel für den Menschen... Erinnert mich ein wenig an die spanische Fliege... hmmm, ach nee, die wurde ja für etwas anderes eingesetzt.

Mir ist es egal, ich werde weiterhin plötzlich im Auto ein Manamana loslassen und mich auf die spontane Antwort freuen... Nur das Kukuluru werde ich NIE nach dieser Werbung sagen...
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Zweifel 
Gibt es eigentlich Menschen, die keinerlei Zweifel in sich tragen, nie ihre Handlungen, ihr denken oder ihre Wünsche überdenken ? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, das Ego dieser Menschen müsste so immens groß sein, dass sie wirklich jeden Tag, jede Minute von der Richtigkeit ihrerselbst überzeugt sind.
Zweifel ist meiner Meinung nach eine positive Grundeigenschaft des Menschen, ja, okay, sie kann auch negativ wirken, doch eigentlich sind die meisten Auswirkungen positiv. Man überdenkt sich selber... Hätte es je Reformen gegeben, wenn nicht Zweifler das bisherige in Frage gestellt, einen Vorschlag für Verbesserungen gemacht hätten ? In der Fantasy Literratur gibt es zum Beispiel einen ganzen Zyklus über einen Helden wider Willen: Covenant der Zweifler von Stephen R. Donaldson. Es ist seltsam diese Bücher zu lesen, schwer sich in den Helden einzufinden und doch versteht man ihn am Ende, denn wer war hier ohne Zweifel ?
In Religionen sind Zweifler ja groß verbreitet, Franz von Assisi soll zum Beispiel auch einer gewesen sein... Warum auch nicht ? Positiv sehen !

In Medien werden Zweifler fast immer negativ gesehen, sie sollen vestummen, sie müssen ! überzeugt werden und so weiter. Eine Zwangsgehirnwäsche für alle diejenigen, die nicht der Meinung der Medien entsprechen ? Bundeswehrtiefflüge über Demonstranten des G8 Gipfels, nicht genehmigt, zur Abschreckung um die Zweifler der Globalisierung verstummen zu lassen. Sind hier in diesem Fall Zweifler immer Gegner einer Meinung ? Oder haben sie eher den Antritt, das bisherige Vorgehen, die Meinung und evt. die Machtausnutzung weniger kritisch zu überdenken, um sie zu verbessern ? Ich muss dazu mal sagen, ich zweifle daran, dass Medien ihre Macht nicht nutzen....

Kommen wir zum dritten Teil des Zweifelns.... im privaten Bereich. War es richtig, was ich gemacht habe ? Ist es das, was ich will ? Ich muss zugeben, dass ich hierbei die grösste Gefahr für den negativen Part sehe. Was ist, wenn die Zweifel an den eigenen Handlungen, am eigenen Denken so groß werden, dass sie anfangen zu behindern. Beeinflussen sie so stark, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht ? Ja... Zweifel können genährt werden und ebenso können sie ausgehungert werden. Bertold Brecht hat es mal ganz gut ausgedrückt: Der Zweifler. Eine Endlosschleife ? Kann Glück verhindert werden oder ist es, wie er sagt, richtig immer wieder von vorne zu beginnen, bis die Perfektion gefunden wurde. Ich weiss es nicht, ich zweifle da an mir selber. In der Firma würde ich sagen: Gib Dich mit einem 80% Ansatz zufrieden, denn 20% mehr bedeuten erhebliche zusätzliche Aufwände, die die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen.
Aber das ist und darf nicht auf einen privaten Bereich übertragbar sein, Leben ist zwar Kompromisse zu finden und doch muss das Recht erhalten bleiben nach mehr zu streben. Bewegung, Entwicklung....

Hmmm, ich muss offen sagen, ich bin am zweifeln, ob ich hier richtig liege.
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Das Leben... oder warum eine Pause entstand 
Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, auf keinen Fall ein zeitliche Lücke von mehr als 1 Woche zwischen den Texten hinzunehmen. Pustekuchen... Da hatte ich Ende Juni meinen Resturlaub bei meiner alten Firma genommen und während dieser Zeit das Internet (ausser zum Spielen) gemieden und begann Anfang Juli eine neue Aufgabe.
Neue Informationen fluteten das Hirn, füllten jede noch so kleine Lücke und liessen mir keinen Platz mehr um älteres zu verarbeiten und hier für das Internet aufzubereiten. Ohne große Anstrengungen vergingen so 3,5 Wochen ohne einen weiteren Text an dieser Stelle.

Aber nun dachte ich mir.... jetzt habe ich die Zeit, die Luft und kann auch neues einbringen.

Ein kleiner Exkurs durch das moderne Gesundheitswesen

Es begann mit Kopfschmerzen und zwei Tage später folgte Fieber. Nicht schlimmes dachte ich bei mir, wird schon nach ein paar Tagen vorbei sein. Tatsächlich aber fingen die Tage an zu verschwimmen, nach 5 Tagen Fieber über 39 (jeweils zwei Schübe am Tag) ging ich dann doch langsam verzweifelt zum Arzt. Mich machten eigentlich mehr die Kopfschmerzen wahnsinnig, ich wurde schon von den Kopfschmerztabletten satt.
'Oh, sie haben einen großen Infekt !" sagte die Ärztin, nachdem sie mir in den Hals schaute, liess mich bluten, gab mir Antibiotikum (heftiges) und verbot erstmal die Arbeit. Am Mittwoch sollte ich mir die Ergebnisse des Bluttestes abholen.
Wieder zwei Tage heftiges Fieber, trotz Antibiotikum... Häh ? Sollte das nicht langsam anschlagen ? Am Mittwoch sah mich die Ärztin mit sehr ernsten Augen an und sagte "Sie müssen ins Krankenhaus... ihre Leberwerte sind ganz schlecht und das Blutbild seltsam." Und weiter "Ich könnte sie zwar einzeln zu den Ärzten schicken, aber das würde zuviel Zeit bedeuten... bitte gehen Sie heute noch hin !" und schrieb mir eine Überweisung. Blutkrankheit ? Pfffffft, woher das denn ?
Ich habe eine natürliche Abneigung gegen Ärzte und Krankenhäuser... keine Ahnung warum, aber ich versuche sie die meiste Zeit zu meiden. Mittags im Krankenhaus, meinte ich schon kanpp zwei Stunden später hier seien Vampire am Werk. Und sadistische Krankenschwestern, die zwar alle sehr nett waren, doch muteten die Werkzeuge doch teilweise etwas altertümlich an. Zudem noch eine nette Ärztin, die jede Stunde mal hinein schaute um zu prüfen, ob ich noch lebe. Dazu flüsterte sie im Laufe des Tages etwas von KissingDesease, Epstein-Barr-Virus und so weiter (??? Was ist das denn ?). Dazu zwinkernde Hinweise, dass das ja nur durch nahe Kontakte übertragen wird (Hat Ihre Freundin das eigentlich ?).
Ich liess mich breitschlagen (aufgrund der schlechten Leberwerte) über Nacht zu bleiben, nicht wissend, wie schwer es wieder werden würde, aus dieser 'Anstalt' zu entrinnen. Puhhh, ist das langweilig. Lesen, auf dem Bett drehen, heimlich betend (bin nicht religiös), dass ich weder vom auf der Toilette zeltenden Nachbarn im linken Bett, noch vom sich stöhnend drehenden Kranken des rechten Bettes angesteckt werde.
Die Langeweile setzte sich am Donnerstag fort.... Nichts passierte mehr. Ständige Überwachung ? Pah. Ich wurde weniger überwacht als zu Hause. Aber immerhin nach 4 Stunden hatte ich einen Termin in der Sono... und der diagnostizierte anhand das Ultraschalls eindeutig eine vergrößerte Milz, reichlich Lymphknoten und .... Epstein-Barr.
Ich hatte genug, ich wollte raus. Behandlung gabs keine, zwar wollten die mich unbedingt da behalten, machen konnten sie nichts. Und ich wußte noch immer nicht, was ich eigentlich hatte. Leberwerte hin und her, sollten die Gerinnung beeinträchtigen, nicht so ultraschlecht... 'Ja, wir lassen sie auf eigene Verantwortung heraus...'
Allein das Formular mir endlich hinzulegen, kostete mich 1 Stunde im Gang stehen (vor der Schwester !) bis sie schliesslich genervt aufgab, allerdings erst nach dem Schichtwechsel (damit das Krankenhaus ja auch noch eine höhere Rechnung stellen konnte).
Zuhause und gerettet... Bis zum nächsten Tag. Epstein-Barr-Virus heisst übrigens auch Pfeiffersches Drüsenfieber (was mir endlich was sagte)... Nur glaubte meine Ärztin auf keinen Fall dem Krankenhaus. Blutkrankheit.... und wieder geblutet... und unbedingt noch einen Termin zum CT des Magens....
Ich war langsam echt müde. Antibiotikum war ausgelaufen, hatte mich gelb gemacht (Leber), nicht geheilt (weil das bei EBV gar nicht funktioniert). Ich trank jeden Tag inzwischen 3 Liter Wasser, versuchte wieder etwas zu essen (Gute Zeit zum Abnehmen) und sie glaubte dem Krankenhaus nicht !
Dann, ein Wunder ! Das Fieber hatte inzwischen nachgelassen, die Schmerzen gingen zurück und meine Ärztin hatte sich fachlich abgestimmt und eingelenkt. Ja, doch EBV, entspannen sie sich, keine Blutkrankheit... die Leberwerte nochmals schlechter geworden, aber alles erträglich (Ich lag inzwischen bei einem Leberwert von über 800 !).

Widerstreitende Diagnosen, Krankenhäuser, die Leistungen ausführen ohne die Ergebnisse weiterzuleiten (an den Hausarzt), sich hinauszögernde Entlassungen (um mehr Geld abrechnen zu können), Langweile (weil nichts geschah)... ein Patient zwischen den Fronten.
Ich bin wieder im Leben, nicht gesund (die gelben Augen werden noch ein wenig bleiben), aber warte bis zum nächsten Bluttest, damit der dann zeigt, dass es endlich besser wird. Vielleicht darf ich ja dieses Jahr noch wieder ein Bier trinken ?

Und fast 5 1/2 Wochen keinen Eintrag.... Pffft...
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