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Philosophien, Blödsinn und das normale Leben
Ohrwurm 
Eine blöde Fernsehwerbung, echt. Autofahrt, ein Vater in Nöten, wer hat ihn noch nicht gesehen ? Und die Kinder "gewinnen" kurz danach ein Tabaluga Menü bei einer heruntergekommenen Autobahnraststätte. Aber die Geister scheiden sich am Fernsehspot, die einen finden ihn echt lustig, in einem anderen Forum landet er unter den blödsten: Kukuluru .

Warum ? Ich habe auf der Fahrt zum Legoland mich selber ertappt, wie ich plötzlich bei meinen Kinder das gute alte Manamana summte. Und die Kinder setzten ein. Kein Wunder das ich obigen Werbespot blöd finde, ich falle ja in die gleiche Rolle. Wenn die Kinder nach ungefähr 10min und einer bevorstehenden 10 Stunden Fahrt in den Skiurlaub bereits lauthals Hunger und Durst schreien, die Nerven bereits auf die noch kommenden zähen Kilometer vorbereitend, kann ich den armen Kerl nachvollziehen und mich in seine Rolle versetzen. Hah, nur wer nicht in der Rolle war, kann das lustig finden.

Aber was mir vielmehr im Gedächtnis blieb, warum eigentlich immer wieder Manamana ? Das ist nicht der Ausruf eines Magiers im Spiel World of Warcraft nach einem Kampf (obwohl ich gestern abend feststellte, dass es durchaus passt). Die einfache Melodie ist mir seit Jahren im Kopf, genauso wie ich noch immer aus der Zeit der deutschen Welle ein fröhlich geschmettertes "DA da da, ich hab Dich lieb, Du hast mich lieb" herausbringen kann.
Ein Ohrwurm, definitiv....

Ich machte mich also auf die Suche, was ein Ohrwurm ist und Wunder ! So ein Ohrwurm kann richtig groß werden, bis zu 80 mm ! Das sprengt dann jedes Trommelfell. Ich habe gelernt, dass sie sechs Beine haben und sogar fliegen können... Nur kannte ich sie unter dem Begriff Ohrenkneifer . Sie kneifen nicht einmal. Das wird wahrscheinlich nur der hier aufgeführte "gemeine Ohrwurm" machen. Er ist halt gemein.

Ebenfalls wußte ich nicht, daß ein Ohrwurm auch eine online Stellenanzeige sein kann. Selbst anhand der Erklärung brauchte ich 5 minuten um das Wortspiel zu erkennen Open HR Wurm.... Pfffffttt.

Und letztendlich, daß was ich suchte, die Ursache für Manamana liegt in meinen Neuronen. Ich kann gar nichts dagegen machen, ich unterliege dem Zipfschen Gesetz .... Meine Neuronen haben sich so wunderbar auf diese Melodie eingeschwungen, dass nur jemand Mana rufen braucht, schon schaltet sich mein Sprachzentrum ein und schallt dem entgegen "Dibdi dididum". Bei meinen Kinder klappt das auch.

Die einen sagen, ein Ohrwurm macht krank (naja, bei der Größe im Ohr kein Wunder), ist eine nervöse Störung, insgesamt ist auch viel unter dem Stichwort krank zu finden. Dann wieder wird gerade der Ohrwurm zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt und früher sogar gemahlen als Heilmittel für den Menschen... Erinnert mich ein wenig an die spanische Fliege... hmmm, ach nee, die wurde ja für etwas anderes eingesetzt.

Mir ist es egal, ich werde weiterhin plötzlich im Auto ein Manamana loslassen und mich auf die spontane Antwort freuen... Nur das Kukuluru werde ich NIE nach dieser Werbung sagen...
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Zweifel 
Gibt es eigentlich Menschen, die keinerlei Zweifel in sich tragen, nie ihre Handlungen, ihr denken oder ihre Wünsche überdenken ? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, das Ego dieser Menschen müsste so immens groß sein, dass sie wirklich jeden Tag, jede Minute von der Richtigkeit ihrerselbst überzeugt sind.
Zweifel ist meiner Meinung nach eine positive Grundeigenschaft des Menschen, ja, okay, sie kann auch negativ wirken, doch eigentlich sind die meisten Auswirkungen positiv. Man überdenkt sich selber... Hätte es je Reformen gegeben, wenn nicht Zweifler das bisherige in Frage gestellt, einen Vorschlag für Verbesserungen gemacht hätten ? In der Fantasy Literratur gibt es zum Beispiel einen ganzen Zyklus über einen Helden wider Willen: Covenant der Zweifler von Stephen R. Donaldson. Es ist seltsam diese Bücher zu lesen, schwer sich in den Helden einzufinden und doch versteht man ihn am Ende, denn wer war hier ohne Zweifel ?
In Religionen sind Zweifler ja groß verbreitet, Franz von Assisi soll zum Beispiel auch einer gewesen sein... Warum auch nicht ? Positiv sehen !

In Medien werden Zweifler fast immer negativ gesehen, sie sollen vestummen, sie müssen ! überzeugt werden und so weiter. Eine Zwangsgehirnwäsche für alle diejenigen, die nicht der Meinung der Medien entsprechen ? Bundeswehrtiefflüge über Demonstranten des G8 Gipfels, nicht genehmigt, zur Abschreckung um die Zweifler der Globalisierung verstummen zu lassen. Sind hier in diesem Fall Zweifler immer Gegner einer Meinung ? Oder haben sie eher den Antritt, das bisherige Vorgehen, die Meinung und evt. die Machtausnutzung weniger kritisch zu überdenken, um sie zu verbessern ? Ich muss dazu mal sagen, ich zweifle daran, dass Medien ihre Macht nicht nutzen....

Kommen wir zum dritten Teil des Zweifelns.... im privaten Bereich. War es richtig, was ich gemacht habe ? Ist es das, was ich will ? Ich muss zugeben, dass ich hierbei die grösste Gefahr für den negativen Part sehe. Was ist, wenn die Zweifel an den eigenen Handlungen, am eigenen Denken so groß werden, dass sie anfangen zu behindern. Beeinflussen sie so stark, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht ? Ja... Zweifel können genährt werden und ebenso können sie ausgehungert werden. Bertold Brecht hat es mal ganz gut ausgedrückt: Der Zweifler. Eine Endlosschleife ? Kann Glück verhindert werden oder ist es, wie er sagt, richtig immer wieder von vorne zu beginnen, bis die Perfektion gefunden wurde. Ich weiss es nicht, ich zweifle da an mir selber. In der Firma würde ich sagen: Gib Dich mit einem 80% Ansatz zufrieden, denn 20% mehr bedeuten erhebliche zusätzliche Aufwände, die die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen.
Aber das ist und darf nicht auf einen privaten Bereich übertragbar sein, Leben ist zwar Kompromisse zu finden und doch muss das Recht erhalten bleiben nach mehr zu streben. Bewegung, Entwicklung....

Hmmm, ich muss offen sagen, ich bin am zweifeln, ob ich hier richtig liege.
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Das Leben... oder warum eine Pause entstand 
Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, auf keinen Fall ein zeitliche Lücke von mehr als 1 Woche zwischen den Texten hinzunehmen. Pustekuchen... Da hatte ich Ende Juni meinen Resturlaub bei meiner alten Firma genommen und während dieser Zeit das Internet (ausser zum Spielen) gemieden und begann Anfang Juli eine neue Aufgabe.
Neue Informationen fluteten das Hirn, füllten jede noch so kleine Lücke und liessen mir keinen Platz mehr um älteres zu verarbeiten und hier für das Internet aufzubereiten. Ohne große Anstrengungen vergingen so 3,5 Wochen ohne einen weiteren Text an dieser Stelle.

Aber nun dachte ich mir.... jetzt habe ich die Zeit, die Luft und kann auch neues einbringen.

Ein kleiner Exkurs durch das moderne Gesundheitswesen

Es begann mit Kopfschmerzen und zwei Tage später folgte Fieber. Nicht schlimmes dachte ich bei mir, wird schon nach ein paar Tagen vorbei sein. Tatsächlich aber fingen die Tage an zu verschwimmen, nach 5 Tagen Fieber über 39 (jeweils zwei Schübe am Tag) ging ich dann doch langsam verzweifelt zum Arzt. Mich machten eigentlich mehr die Kopfschmerzen wahnsinnig, ich wurde schon von den Kopfschmerztabletten satt.
'Oh, sie haben einen großen Infekt !" sagte die Ärztin, nachdem sie mir in den Hals schaute, liess mich bluten, gab mir Antibiotikum (heftiges) und verbot erstmal die Arbeit. Am Mittwoch sollte ich mir die Ergebnisse des Bluttestes abholen.
Wieder zwei Tage heftiges Fieber, trotz Antibiotikum... Häh ? Sollte das nicht langsam anschlagen ? Am Mittwoch sah mich die Ärztin mit sehr ernsten Augen an und sagte "Sie müssen ins Krankenhaus... ihre Leberwerte sind ganz schlecht und das Blutbild seltsam." Und weiter "Ich könnte sie zwar einzeln zu den Ärzten schicken, aber das würde zuviel Zeit bedeuten... bitte gehen Sie heute noch hin !" und schrieb mir eine Überweisung. Blutkrankheit ? Pfffffft, woher das denn ?
Ich habe eine natürliche Abneigung gegen Ärzte und Krankenhäuser... keine Ahnung warum, aber ich versuche sie die meiste Zeit zu meiden. Mittags im Krankenhaus, meinte ich schon kanpp zwei Stunden später hier seien Vampire am Werk. Und sadistische Krankenschwestern, die zwar alle sehr nett waren, doch muteten die Werkzeuge doch teilweise etwas altertümlich an. Zudem noch eine nette Ärztin, die jede Stunde mal hinein schaute um zu prüfen, ob ich noch lebe. Dazu flüsterte sie im Laufe des Tages etwas von KissingDesease, Epstein-Barr-Virus und so weiter (??? Was ist das denn ?). Dazu zwinkernde Hinweise, dass das ja nur durch nahe Kontakte übertragen wird (Hat Ihre Freundin das eigentlich ?).
Ich liess mich breitschlagen (aufgrund der schlechten Leberwerte) über Nacht zu bleiben, nicht wissend, wie schwer es wieder werden würde, aus dieser 'Anstalt' zu entrinnen. Puhhh, ist das langweilig. Lesen, auf dem Bett drehen, heimlich betend (bin nicht religiös), dass ich weder vom auf der Toilette zeltenden Nachbarn im linken Bett, noch vom sich stöhnend drehenden Kranken des rechten Bettes angesteckt werde.
Die Langeweile setzte sich am Donnerstag fort.... Nichts passierte mehr. Ständige Überwachung ? Pah. Ich wurde weniger überwacht als zu Hause. Aber immerhin nach 4 Stunden hatte ich einen Termin in der Sono... und der diagnostizierte anhand das Ultraschalls eindeutig eine vergrößerte Milz, reichlich Lymphknoten und .... Epstein-Barr.
Ich hatte genug, ich wollte raus. Behandlung gabs keine, zwar wollten die mich unbedingt da behalten, machen konnten sie nichts. Und ich wußte noch immer nicht, was ich eigentlich hatte. Leberwerte hin und her, sollten die Gerinnung beeinträchtigen, nicht so ultraschlecht... 'Ja, wir lassen sie auf eigene Verantwortung heraus...'
Allein das Formular mir endlich hinzulegen, kostete mich 1 Stunde im Gang stehen (vor der Schwester !) bis sie schliesslich genervt aufgab, allerdings erst nach dem Schichtwechsel (damit das Krankenhaus ja auch noch eine höhere Rechnung stellen konnte).
Zuhause und gerettet... Bis zum nächsten Tag. Epstein-Barr-Virus heisst übrigens auch Pfeiffersches Drüsenfieber (was mir endlich was sagte)... Nur glaubte meine Ärztin auf keinen Fall dem Krankenhaus. Blutkrankheit.... und wieder geblutet... und unbedingt noch einen Termin zum CT des Magens....
Ich war langsam echt müde. Antibiotikum war ausgelaufen, hatte mich gelb gemacht (Leber), nicht geheilt (weil das bei EBV gar nicht funktioniert). Ich trank jeden Tag inzwischen 3 Liter Wasser, versuchte wieder etwas zu essen (Gute Zeit zum Abnehmen) und sie glaubte dem Krankenhaus nicht !
Dann, ein Wunder ! Das Fieber hatte inzwischen nachgelassen, die Schmerzen gingen zurück und meine Ärztin hatte sich fachlich abgestimmt und eingelenkt. Ja, doch EBV, entspannen sie sich, keine Blutkrankheit... die Leberwerte nochmals schlechter geworden, aber alles erträglich (Ich lag inzwischen bei einem Leberwert von über 800 !).

Widerstreitende Diagnosen, Krankenhäuser, die Leistungen ausführen ohne die Ergebnisse weiterzuleiten (an den Hausarzt), sich hinauszögernde Entlassungen (um mehr Geld abrechnen zu können), Langweile (weil nichts geschah)... ein Patient zwischen den Fronten.
Ich bin wieder im Leben, nicht gesund (die gelben Augen werden noch ein wenig bleiben), aber warte bis zum nächsten Bluttest, damit der dann zeigt, dass es endlich besser wird. Vielleicht darf ich ja dieses Jahr noch wieder ein Bier trinken ?

Und fast 5 1/2 Wochen keinen Eintrag.... Pffft...
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Das Ei des Kolumbus oder was eine Serie bereits voraussah ! 
Das [ei] ist in aller Munde, der iPod, das iPhone fluten die Medien. Womit ich das "in aller Munde" auch gleich wieder zurückziehe. Kaum ein Hersteller kommt noch am [ei] vorbei um seine eigenen Produkte innovativ und trendig nennen zu können. Nur dumm, dass der Hersteller der [ei]Hülse (ins deutsche übersetzt) so sehr auf sein [ei] besteht, dass schon diverse gerichtliche Auseinandersetzungen geführt werden oder wurden.
Bei golem.de erschien am 25.05. eine Newsticker Nachricht zu einem Produkt [ei]Gasm, die mich zwar erst nur zum Schmunzeln brachte, später zum Erstaunen. Wusste ich doch nicht, dass das beworbene Produkt schon lange in einer Fernsehsendung Thema war. Das allerdings stellte ich erst in der daurauffolgenden Woche fest.

Dr. House ist ja (berechtigt) mit dem etwas schrägen Humor zu einem Quotenschlager geworden. In der Folge wurde Dr. House in der Notaufnahme zur Diagnostizierung der Patienten eingesetzt und hatte mit einem etwas aussergewöhnlichen analen Spielzeug zu tun..... ein MP3 Player war ausser Kontrolle des Spielers geraten und hatte selbstständig beschlossen, den Körper von innen zu erforschen. Erst da tauchte in meinem Gedächtnis die Erinnerung an die Nachricht von Golem auf. Hatte der britische Anbieter die Folge bereits vorher gesehen und die geniale Werbeidee übernommen ? Wahrscheinlich hätte Apple auch fast nichts unternommen, wenn nicht gleichzeitig ein an die Kampagne von Apple angelehntes Werbeplakat für den [ei]Gasm erschienen wäre.
Und warum ergreift nicht Apple diese Chance, es ist schliesslich eine Marktlücke mit einem Verkaufsvolumen von 50% aller [ei]Pods. Schaut man auf den Bedarf werden glatt Sammelbestellungen organisiert. Und wenn man mal versucht ein wenig zu recherchieren, stößt man auf den Hersteller Arktis in Deutschland (wobei [ei]Gasm und Arktis aber scheinbar unterschiedliche technische Ansätze verfolgen *lach*), der den Kopfhöhrerersatz für 79,90 EUR anbietet.



Wo bleibt da die Gleichberechtigung für den Mann ?

P.S.: Worauf man(n) beim recherchieren stößt....

"Schon länger bekannt, hat schliesslich fast jedes Handy einen Vibrator, der beim herunterfallen kaputt gehen kann." Kam in einer Diskussion zum Motorola Skyfire.
"Ich warte aber trotzdem ab, bis die erste Preissenkung kommt und endlich ein Vibrator im PS3 Pad eingebaut wird. Bis dahin zock ich Wii und PS2." Zockerweibchen ?
Der übersetzte deutsche Begriff [ei]Hülse wiederum führte mich zu Hoffmeister's Familie der Regenwürmer
und zu KLONEN: Schweinerei oder Fortschritt? wobei ich etwas seltsam fand, dass diese angeregte Diskussion in einem Forum zum Herrn der Ringe Film zu finden war.
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Rollenspiel 
Habt ihr schon mal ein Rollenspiel gespielt ? Ich möchte wetten ja, auch wenn es nicht jedem bewusst war. Vielleicht war es auch zu lange her, lag noch in der Kindheit, sicher allerdings nicht so, wie ihr vielleicht im ersten Moment meint. Es gibt in der Transaktionsanalyse einen Fachbegriff, der Dramadreieck heißt. Es geht darum, wie bei einer Kommunikation (oder einem Spiel) eine Rolle eingenommen wird: Opfer-Täter-Retter (der Täter wird auch manchmal als Verfolger bezeichnet).

Als Vorgesetzter lernt man solche Rollen in diversen Gesprächssituationen zu erkennen.... doch wie zeigen die sich in der Realität ?

Fangen wir mal mit einem „richtigen“Rollenspiel an, ich oute mich jetzt mal, ich spiele World of Warcraft. Wer kennt das Spiel nicht nach diversen seltsamen Diskussionen im Fernsehen/Radio über „süchtig“ machende Spiele, Killerspiele usw. Innerhalb des Spieles gibt es zwei Fraktionen. Die Allianz besteht aus sogenannten „guten“ Völkern , wie den Zwergen, Menschen, Nachtelfen und Gnomen. Die Horde wiederum hat so „böse“ Völker wie Tauren, Trolle, Untote und Blutelfen.
Ich habe am Anfang einmal einen Menschen gespielt und habe es nie erlebt, dass die Horde irgendwo angriff. Aufgrund einer Freundin fingen wir beide gleichzeitig an, mal einen Horden Charakter zu erstellen.... und wow, ständig gab es irgendjemanden des „guten“ Volkes, der einen Stützpunkt der Horde angriff. Dazu sollte man noch wissen, dass die Spieler der Horde fast immer auf einem der vorhandenen Server in der Minderheit waren.
Ich bin ein eher ruhiger Spieler, mir geht es um die Geschichte und die Welt, die es zu entdecken gibt. Läuft mir jemand der anderen Seite über den Weg, grüße ich ihn (mit Gestik, denn über die Sprache verstehen sich die beiden Fraktionen nicht), helfe ihm, falls er in Bedrängnis gerät und gehe meines Weges. Mir passierte es aber häufiger, dass ich einfach angegriffen werde.
So auch neulich, als in einer Aufgabe 3 Punkte von jeder Seite erobert werden sollten. Würden sich beide Seiten absprechen, könnte jeder die Aufgabe schnell erledigen. Tatsächlich war es aber eine ruhige Zeit, zu der fast niemand anderes aktiv spielte. Ich stellte mich also an einen dieser Flaggenpunkte, holte mir einen Kaffee (in der realen Welt) und als ich zurückkam, wurde ich von irgendwoher aus dem Rücken mit Feuerbällen beschossen. Da ich keine Lust auf einen Kampf hatte, versuchte ich auf dem Pferd zu flüchten. Ich konnte nicht entkommen, der Schaden war schon vorher zu groß gewesen.
Und würde man nicht einem Feind nach dem Kampf Ehre erweisen, kam der Gegner (ein Mensch) zu der virtuellen Leiche, stellte sich daneben, machte unflätige Gesten und lachte schließlich meine Spielfigur aus.
Provokation, aus dem Hinterhalt schießen, beschimpfen und provozieren, ohne selber etwas davon erlebt zu haben ? Welche Rolle spielte da der Mensch/Spieler ? Wer sind dabei eigentlich wirklich die „unehrenhaften“ Völker ? Man erlebt innerhalb des Spieles auf jeden Fall eine soziale Bewegung, die auch in der Realität so vor kommt: Die Fraktion, die sich in der Minderheit befindet, hält sehr viel stärker zusammen, hilft sich mehr gegenseitig und zeigt mehr „Ehrgefühl“. Die, die der Mehrheit folgen, haben ein stark unsoziales Verhalten.

Eine andere Art von Rollenspiel erlebe ich immer wieder bei meinen Kindern. Ein Kind lernt recht schnell, mit welcher Art von Verhalten es etwas lernen kann. Das einfachste Beispiel heißt „Weinen“. Der Erwachsene kommt, tröstet und versucht sich einfach zu kümmern. Tränen sind eine Waffe.... das stimmt hier. Das Kind versetzt sich in die Opfer Rolle, das Elternteil wird zum Retter. Durchbrechen kann man dieses Verhakten nur, wenn man sich aktiv dieser Rollen bewusst wird, dem Kind beibringt, dass dieses Rollenspiel nicht mehr funktioniert.

Erwachsene folgen diesem Spiel noch immer, bewusst und auch nicht bewusst. Es ist leicht zum Opfer zu werden, um Schuld von sich zu weisen. Jemand anderes zum Täter werden zu lassen. Meist sind diese Rollen aber so perfektioniert, dass sowohl dem Opfer als auch dem Partner im Spiel das Drama kaum bewusst wird. Was passiert, wenn das Opfer ignoriert wird ? Es versucht mit immer stärkeren Methoden den anderen in die gewünschte Rolle zu drängen, so weit, bis derjenige an der Grenze der Selbstzerstörung oder Selbsterkenntnis ist.
In Trainings zu Zielerreichungsgesprächen, Konfliktmanagement und Mitarbeitergesprächen wird uns immer wieder beigebracht, dass das nicht ignoriert werden darf, man sich allerdings auch nicht in eine Rolle drängen darf. Bewusst werden und aktiv handeln. Eingehen und doch nicht nachgeben. Doch es ist leicht sich in der Transaktionsanalyse zu bewegen, wenn man auf einem neutralen Gebiet „kämpft“. Und was, wenn weitere in das Spiel eingebunden werden ? Es wird zunehmend schwerer sich der Rollen zu entziehen und es wird immer ermüdender.
Kein Fazit heute, aber das Versprechen mich beim nächsten mal wieder einem anderen Thema zu widmen.
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